Gut gekrümmt im neuen Jahr

08.01.2019
Murata- und ITA-Mitarbeiter vor der umgerüsteten Maschine Urheberrecht: ITA

Murata- und ITA-Mitarbeiter vor der umgerüsteten Maschine, Quelle: ITA

 

Murata Machinery Ltd., Japan, Hersteller fortschrittlicher und innovativer Textiltechnologien, bringt ein neues Multifilament-Wickelverfahren (MFW) auf den Markt. Um das Verfahren als innovative und wirtschaftliche Produktionstechnologie für Verbundstrukturen auf dem deutschen und europäischen Markt zu etablieren, haben Murata und das Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen University, kurz ITA, die Zusammenarbeit begonnen und bereits 2017 einen Prototyp der Maschine am ITA installiert. Im November 2018 brachten die japanischen Ingenieure die Anlage am ITA auf den neuesten Stand.

Mit dem Multifilament-Wickelverfahren können Faserverbundstrukturen wie Profile oder Druckbehälter hergestellt werden. Die Bauteile zeichnen sich dabei durch eine unidirektionale Faserarchitektur ohne Ondulationen aus, wodurch die mechanischen Eigenschaften in Faserrichtung deutlich gesteigert werden. Gleichzeitig können durch die Fertigung vollständiger Faserlagen in einem Produktionsschritt kurze Zykluszeiten sowie eine hohe Wirtschaftlichkeit realisiert werden. Die Grenzen der Maschine lagen in der Fertigung rotationssymmetrischer Bauteile, die Fertigung gekrümmter Profile war bisher nicht möglich.

Um die Einsatzmöglichkeiten und Potentiale der MFW zu erweitern und auszunutzen, reisten im November 2018 vier Ingenieure und Techniker von Murata aus Japan nach Deutschland. Zweck des Aufenthalts war die Umrüstung der am ITA installierten Maschine auf eine neue und flexiblere Hoop-Unit. In der ursprünglichen Konfiguration diente die sogenannte Hoop-Unit mit zwei Freiheitsgraden der Wicklung von 90°-Lagen. Die neue Hoop-Unit wurde zusätzlich mit vier weiteren Freiheitsgraden versehen. Die insgesamt sechs Freiheitsgrade ermöglichen so die Fertigung von zwei- als auch dreidimensional gekrümmten Profilen. Die technischen Eigenschaften des neuen Prozesses sowie die der gekrümmt gewickelten Bauteile werden nun am ITA in Kooperation mit Murata untersucht und bewertet.

Das ITA bedankt sich bei Murata Machinery für die Unterstützung und freut sich auf weitere erfolgreiche Zusammenarbeit und Projekte.