Paul Schlack-Preis 2018 an ITA-Alumnus Dr. Benjamin Weise verliehen

05.10.2018
Preisverleihung Urheberrecht: Österreichisches Faserinstitut

Dr. Benjamin Weise (Maastricht University) bei der Preisverleihung mit Prof. Dr. Hilmar Fuchs (STFI Chemnitz), von links nach rechts, Quelle: Österreichisches Faserinstitut 

  Preisverleihung Urheberrecht: Österreichisches Faserinstitut Ehrung des Preisträgers: Prof. Dr. Gunnar Seide (Maastricht University), Frédéric van Hou-te (CIRFS), Preisträger Dr. Benjamin Weise (Maastricht University), Prof. Dr. Hilmar Fuchs (STFI Chemnitz), von links nach rechts, Quelle: Österreichisches Faserin

ITA-Alumnus Dr. Benjamin Weise wurde für seine Dissertation „Entwicklung graphenmodifizierter Multifilamentgarne zur Herstellung textiler Ladungsspeicher“ mit dem Paul Schlack-Preis 2018 ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand während der Eröffnungsveranstaltung der Dornbirn GFC Global Fiber Convention am 11. September 2018 in Dornbirn, Österreich, statt.

Dr. Weise hat in seiner Dissertation neuartige Polyamid-6 und Graphen-Fasern entwickelt und daraus textile Flächen gebildet.

Der Ladungsspeicher kann durch die neuartigen Fasern dank Graphen in der Faser direkt in das Textil integriert werden, ohne dass man dafür einen Akku einnähen muss. Dadurch können die Polyamid-Graphen-Fasern gut in Smart Textiles eingesetzt werden und eignen sich hervorragend für den Einsatz in Doppelschichtkondensatoren, sog. Supercaps. Gegenüber Lithium-Ionen-Akkus bieten Supercaps mehr Leistung und eine längere Lebensdauer.

Dazu können die neuen Polyamid-Graphen-Fasern einfallende elektromagnetische Terahertz-Strahlung auf bis zu 25 Prozent der ursprünglichen Intensität verringern. Terahertz-Strahlung bietet u.a. Übertragungsraten von 100 Mbit/sec und ist daher höchst interessant für die hochleistungsfähige Drahtloskommunikation. Die Strahlung könnte jedoch bei großflächiger Anwendung sensible Elektronik wie bspw. in Flugzeugen schädigen. Deshalb ist die Abschirmung der Strahlung von hoher Bedeutung um Beispiel für die Faserverbundbauteile im Flugzeug, die die Bordelektronik schützen.

Polyamid-Graphen-Fasern sind darüber hinaus antistatisch und verhindern eine elektrische Aufladung. Dies ist insbesondere interessant für Ausrüstungen, die Personen gegen eine Gefährdung ihrer Sicherheit und Gesundheit schützen sollen. Durch ihre Antistatik eignen sich die Polyamid-Graphen-Fasern zum Beispiel gut für Sicherheitskleidung oder für die persönliche Schutzausrüstung.

Dr. Weises Dissertation wurde von Professor Dr. Gunnar Seide, Maastricht University, und Professor Dr. Thomas Gries, Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen University, kurz ITA, gemeinsam betreut.

Da Dr. Weises Dissertation einzigartige Forschungsergebnisse präsentiert, wurde ihm am 26. September zusätzlich der Förderpreis Dissertation der Walter Reiners-Stiftung des Deutschen Textilmaschinenbaus 2018 vom Verband des Deutschen Maschinenbaus VDMA verliehen. Aufgrund seiner hervorragenden Eigenschaften fördert die Europäische Union die Forschung an Graphen im Rahmen des „Graphene Flagship“ mit einer Milliarde Euro (Quelle: Homepage Graphene Flagship).

Hintergrund

Seit 1971 der Paul Schlack-Preis wird im Rahmen der Dornbirn GFC Global Fiber Convention (vormals Dornbirn Man-made Fibers Kongress) in Dornbirn (Österreich) zur Förderung der Chemiefaserforschung an Universitäten und Forschungsinstitute verliehen. Frühere ITA-Preisträger des Paul Schlack-Preises waren Dr. Andreas De Palmenaer, Prof. Dr. Gunnar Seide, Dr. Wilhelm Steinmann, Dr. Stephan Walter, Dr. Gisa Wortberg und Dr. Markus Beckers (Paul Schlack-Honorary Prize).