75 Prozent weniger Maschinenstillstand und 50 Prozent mehr Produktivität: ITA – Schaufenster Textil vernetzt zeigt digitale Lösungen

30.05.2018
An einer Bandwebmaschine erläutert Marco Saggiomo (ITA Academy) die Vorteile digitaler Lösungen Urheberrecht: ITA

An einer Bandwebmaschine erläutert Marco Saggiomo, ITA Academy, die Vorteile digitaler Lösungen, Quelle: ITA 

  ITA-Projektleiterin Alisa Foit (l.) und ITA-Institutsdirektor Prof. Thomas Gries bei der feierlichen Eröffnung des Textil vernetzt Schaufensters im Digital Capability Center Aachen Urheberrecht: ITA ITA-Projektleiterin Alisa Foit (l.) und ITA-Institutsdirektor Professor Thomas Gries bei der feierlichen Eröffnung des Textil vernetzt Schaufensters im Digital Capability Center Aachen

Wie sich Maschinenstillstände vermeiden lassen und welche digitalen Möglichkeiten existieren, um die unternehmerische Produktivität zu steigern, ist seit 29. Mail 2018 im Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen University, kurz ITA, zu sehen. Mit der Eröffnung des ITA-Schaufensters „Neue soziale Infrastrukturen der Arbeit, Qualifikation und lebenslanges Lernen“ im Digital Capability Center in Aachen erhalten kleine und mittlere Unternehmen (KMU) individuelle digitale Lösungen.

„Die Digitalisierung ist für viele KMU noch nicht greifbar. Sie ist aber bereits in vollem Gange. Wer beim digitalen Wandel nicht Schritt hält, der wird am Markt abgehängt und Chancen werden verpasst. Daher ist es unsere Aufgabe, kleinen und mittleren Unternehmen ihre digitalen Möglichkeiten aufzeigen“, erläuterte ITA-Institutsdirektor Professor Dr. Thomas Gries im Rahmen der feierlichen Eröffnung. „Der Fokus in unserem Aachener Schaufenster liegt dabei auf der digitalen Unterstützung der Arbeit des Menschen in der Produktion. Durch Assistenzsysteme und arbeitsplatznahes Lernen werden Arbeitsabläufe und -prozesse optimiert. Darüber hinaus werden in unserem digitalen Center die Kompetenzen des ITA und unserer verschiedenen Partner unter einem Dach gebündelt. Dadurch bieten wir ein großes Spektrum an Kompetenzen an, um die unterschiedlichsten Bereiche der Digitalisierung abzudecken. So können wir schnell, kompetent und umfassend Hilfestellung in diesem dynamischen Thema anbieten.“

  Nicolina Praß (ITA-Academy) zeigt Juliette Melzow (BMWi, erste von links) und weiteren Teilnehmern digitale Assistenzsysteme Urheberrecht: ITA Nicolina Praß (ITA-Academy) zeigt Frau Juliette Melzow (BMWi, erste von links) und weiteren Teilnehmern digitale Assistenzsysteme

Juliette Melzow, stellvertretende Referatsleiterin Mittelstand-Digital vom Bundeswirtschaftsministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), unterstrich: „Kleine und mittlere Unternehmen können nur profitieren, wenn sie rechtzeitig die Herausforderungen der Digitalisierung erkennen, sie auch als Chance begreifen und nutzen. Dafür bietet die Förderinitiative „Mittelstand 4.0“ des Bundeswirtschaftsministeriums gezielte Unterstützung. Mittlerweile 23 Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren, die regional wie themenspezifisch ausgerichtet sind, kümmern sich um fast alle Fragen rund um die Digitalisierung. Mit diesem großen Netzwerk von Anlaufstellen wollen wir sichern, dass die Hilfe auch bei demjenigen ankommt, der sie benötigt.“

Zahlreiche Gäste aus Wirtschaft und Industrie ließen sich die Produktion der Zukunft mit einer Führung durch die digitale Lernfabrik erläutern. Sie diskutierten die Veränderungen am Arbeitsplatz, den Einsatz neuer Technologien und die Herausforderungen und Hürden der digitalen Transformation.

Eine Arbeitsunterstützung wie ein Augmented Reality-System macht dem Maschinenbediener tatsächliche Arbeitsabläufe beispielsweise über einen Tablet-PC sichtbar und reichert sie mit virtuellen Handlungsanweisungen an. Diese sachkundige Anleitung erlaubt es auch Laien, Reparaturen eigenständig ohne Hilfe eines Technikers auszuführen, was wiederum zu weniger Maschinenstillstand und zu einer Steigerung der Produktivität führt. Nach Berechnungen des Digital Capability Centers Aachen wird so um bis zu 75 % Maschinenstillstand vermieden und die Arbeitsleistung um 50 % gesteigert.

Das ITA gehört zum Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Textil vernetzt, zu dem ebenfalls die vier Partner Gesamtverband textil+mode, Sächsisches Textilforschungsinstitut (STFI), Deutsche Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) und Hahn-Schickard zählen. Textil vernetzt ist Teil des Förderschwerpunkts „Mittelstand-Digital“, der vom BMWi initiiert wurde, um die Digitalisierung in KMU und dem Handwerk voranzutreiben. Unter www.textil-vernetzt.de finden Sie weitere Angaben zu Textil vernetzt.

Was ist Mittelstand-Digital?

Mittelstand-Digital informiert kleine und mittlere Unternehmen über die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung. Regionale Kompetenzzentren helfen vor Ort dem kleinen Einzelhändler genauso wie dem größeren Produktionsbetrieb mit Expertenwissen, Demonstrationszentren, Netzwerken zum Erfahrungsaustausch und praktischen Beispielen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ermöglicht die kostenlose Nutzung aller Angebote von Mittelstand-Digital. Weitere Informationen finden Sie unter www.mittelstand-digital.de .