ITA-Promovend Martin Scheurer gewinnt Hanns Voith Stiftungspreis 2019 im Bereich „Neue Werkstoffe“

03.07.2019
Alle Preisträger mit Gratulanten Urheberrecht: Hanns Voith Stiftung

Alle Preisträger mit Gratulanten, Quelle: Hanns Voith Stiftung

 

Zukünftig schnellerer und günstigerer Einstieg in den Textilbetonmarkt möglich

ITA-Promovend Martin Scheurer wurde am 28. Juni 2019 in Heidenheim der Hanns Voith Stiftungspreis 2019 im Bereich „Neue Werkstoffe“ mit einem Preisgeld in Höhe von 5.000 € verliehen. Herr Scheurer erhält den Preis für seine Masterarbeit „Entwicklung einer Methode zur Evaluierung der Eignung von Textilien für den Einsatz in Textilbeton“. In seiner Arbeit erforscht Herr Scheurer wie Textilien im Werkstoff Textilbeton eingesetzt werden können.

Kürzerer und schnellerer Einstieg in den Textilbetonmarkt möglich

Bisher ist eine Untersuchung der Eignung neuer Textilien für den Einsatz in Textilbeton sehr aufwändig und teuer: Der aktuelle Zulassungsprozess für Textilien in Textilbeton erfordert ein intensives Prüfprogramm von über 50 verschiedenen Prüfungen. Mit der von Herrn Scheurer entwickelten Methode sind nur drei verschiedene Prüfungen nötig, um eine gute Ersteinschätzung der Eignung von Textilien für den Einsatz in Textilbeton zu treffen. Herr Scheurer ermöglicht Unternehmen nun in der Zeit von circa einem Monat und dadurch relativ günstig, eine Ersteinschätzung für den Einsatz ihrerTextilien in Textilbeton zu finden.

Zielgruppe für diese neu entwickelte Methode sind Textilhersteller, die in den wachsenden Textilbetonmarkt einsteigen wollen. Der Nutzen für die Textilhersteller ist die Senkung von Markteintrittsbarrieren. Ein Unternehmen kann nun schnell herausfinden, ob der Eintritt in den Textilbetonmarkt mit bestehenden Textilien sinnvoll ist.

Hintergrund

Textilbeton ist ein neuer Werkstoff mit dem Potential, das Bauwesen zu revolutionieren. Beim Textilbeton wird die traditionelle Stahlbewehrung durch Hochleistungstextilien aus Glas- oder Carbonfasern ersetzt. Der Einsatz von Textilbeton als Werkstoff ermöglicht dünnere Betonelemente, da die Textilien anders als Stahl nicht rosten und deshalb wesentlich weniger Beton als Schutz vor Korrosion eingesetzt werden muss.

So kann Material, Gewicht und Kohlendioxid eingespart werden. Da die Zementproduktion für die Herstellung von Beton mit 6,5 Prozent der Kohlendioxid-Emissionen dreimal so viel Kohlendioxid wie die globale Luftfahrt verursacht (Quelle), gilt der Einsatz von Textilbeton in hohen Maße als umweltfreundlich. Außerdem ermöglicht der Einsatz von Textilbeton durch die einfache Formbarkeit der Textilien eine höhere Designfreiheit und bietet so neue architektonische Möglichkeiten.

Bereits in 2017 und 2016 wurde der Hanns Voith Stiftungspreis in der Kategorie „Neue Werkstoffe“ an ITA-Doktoranden vergeben. In 2017 erhielt ITA-Promovendin Magdalena Kimm den Preis, in 2016 ITA-Promovendin Inga Noll.

Die Hanns Voith Stiftung vergibt die Hanns Voith Stiftungspreise seit 2013 jährlich an herausragende und innovative Studienabschlussarbeiten von Hochschulen und berufsbegleitenden Einrichtungen, die einen Hochschulgrad Master oder Diplom vergeben. Aus den 23 eingereichten Masterarbeiten hat die Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. Dr. e.h. Dr. h.c. mult. Sigmar Wittig in 2019 zum siebten Mal in Folge fünf Preisträger für ihre hervorragenden Arbeiten in den Bereichen Antriebstechnik, Digital Ventures, Neue Werkstoffe, Wasserkraft, sowie Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet. Die Abschlussarbeit muss einen thematischen Bezug zu den Konzern- oder Funktionsbereichen des Voith Konzerns nachweisen. Die vorschlagsberechtigten Hochschulen müssen die Arbeit als auszeichnungswürdig bewerten.

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Martin Scheurer

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