INGRAIN: Innovationsbündnis Agrar-Textil-Lebensmittel von Reststoff zu Wertstoff zu Nährstoff

02.06.2020
Verwertung von Reststoffen aus den Branchen Agrar, Textil und Lebensmittel zu Wert- oder Nährstoffen Urheberrecht: https://www.flickr.com/photos/sanmartin/4799481326/

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Dr. Sascha Schriever

Head of Chemical Technologies for Textile and Fibre Innovations

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Wie können Reststoffe aus den Branchen Agrar, Textil und Lebensmittel zu Wert- oder Nährstoffen werden? Dies ist Ziel von INGRAIN

 
  • Projekt von WFG für den Kreis Heinsberg mit RWTH Aachen und Hochschule Niederrhein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgewählt, INGRAIN auf der Homepage des BMBF
  • 250.000€ Förderung für Konzeptphase in Aussicht
  • Ziel: Umsetzung bis 2027

Heinsberg/Aachen/Mönchengladbach. Wie können Reststoffe aus den Branchen Agrar, Textil und Lebensmittel zu Wert- oder Nährstoffen werden und so eine biobasierte, regionale, kreislauforientierte und nachhaltige Ressourcennutzung schaffen? Und wie kann dieser Denkansatz dazu beitragen, den regionalen Strukturwandel zu unterstützen und langfristig sichere Arbeitsplätze in der Region ermöglichen?

Diese Fragen beantwortet ein innovatives Konzept von Bündnis Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WFG) und Instituten der RWTH Aachen und Hochschule Niederrhein und erhielt dafür den Zuschlag im Rahmen des Programms „Wandel durch Innovation in der Region (WIR)“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

Gutachterjury überzeugt – Aufforderung zur Antragstellung

Insgesamt 130 Konsortien aus Regionalfördergebieten in ganz Deutschland hatten bis Anfang Februar Projektideen zur Bewältigung des regionalen Strukturwandels auf der Basis bis dahin nicht erschlossener Innovationspotenziale eingereicht. Nach intensiver fachlicher Bewertung durch ein Gutachtergremium sind Anfang Mai 44 Bündnisse ausgewählt worden – darunter das regionale Projekt mit dem Namen INGRAIN. Mit einer ersten Fördersumme von maximal 250.000 Euro ausgestattet, soll bis zum nächsten Frühjahr aus der Idee nun ein funktionsfähiges Konzept entwickelt werden. In einer weiteren Bewertungsrunde wird dann entschieden, ob aus den Visionen mit Hilfe der Förderung anschließend im Kreis Heinsberg und Umgebung Wirklichkeit werden kann. Es winkt eine Förderung in Millionenhöhe über einen Zeitraum von bis zu sechs Jahren.

Besonders überzeugt waren die wissenschaftlichen Gutachter von der breiten Basis, auf der das INGRAIN-Bündnis in den drei Branchen Agrar, Textil und Lebensmittel steht. Hohes Interesse besteht bei der regionalen Landwirtschaft, die ebenfalls mit zukunftsweisenden Strukturveränderungen konfrontiert ist und innovativen neuen Produktideen und Geschäftsmodellen zur Textil- und Lebensmittelbranche sehr aufgeschlossen gegenübersteht. Das Gleiche gilt für die Branchen Textil und Lebensmittel. So fiel es den Fachleuten vom Institut für Textiltechnik der RWTH und den Lebensmittelexperten der Hochschule Niederrhein leicht, eine ganze Reihe interessierter mittelständischer Unternehmen zu identifizieren, die ihre Mitwirkung am INGRAIN-Projekt in Aussicht gestellt haben.

WFG-Geschäftsführer Ulrich Schirowski ist von der Idee hinter dem Projektantrag absolut überzeugt und verweist neben der hohen Aktualität und Relevanz des Themas auf die Anziehungskraft der fachlichen Expertise der Partner von RWTH und Hochschule Niederrhein: „Es zeigt sich, dass der Kreis Heinsberg und seine Wirtschaft von der Nähe zu den benachbarten Hochschulen und Forschungsinstituten absolut profitieren können, wenn man die richtigen Themen adressiert und sich offen für innovationsorientierte Zusammenarbeit zeigt. Durch INGRAIN kann ein wichtiger Beitrag zum zukunftsorientierten Strukturwandel im Kreis Heinsberg geleistet werden! Der Raum zwischen Mönchengladbach und Aachen könnte zu einer weithin sichtbaren Innovationsregion für eine biobasierte sogenannte „Circular Economy“ werden. Ich bedanke mich ausdrücklich für die Kooperation bei dem tollen und innovativen Team der beiden Hochschulen.“ Er lud außerdem weitere Interessenten aus Landwirtschaft, Textil- und Lebensmittelwirtschaft ein, sich in das Projekt einzubringen.

Zitate:

Professor Dr. Thomas Gries, Leiter des Instituts für Textiltechnik, RWTH Aachen:

„Als eines der größten Forschungsinstitute der RWTH Aachen sehen wir unsere Aufgabe darin, den Strukturwandel in unserer Region aktiv mit zu gestalten.

Faserbasierte Werkstoffe haben eine riesige Bandbreite an Anwendungsmöglichkeiten – von der Herzklappe bis zur Heckklappe! Mit dem Jahr der Bioökonomie forcieren wir unsere Forschung für die Entwicklung von biobasierten textilen Produkten. Die Verbindung der Sektoren Landwirtschaft, Ernährung und Textil sehen wir hier als große Chance, neue Arbeitsplätze zu schaffen und in eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft einzusteigen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit unseren Antragspartnern und mit vielen mittelständischen Unternehmen in unserer Region!

Dr. Frank Hees, Stellv. Institutsdirektor Cybernetics Lab IMA & IfU, RWTH Aachen:

„INGRAIN nutzt konsequent die Innovationschance zur nachhaltigen Neugestaltung von Agrar- Lebensmittel- und Textilwirtschaft und der Profilierung des Kreises Heinsberg in Post-Corona-Zeiten.“

Professor Dr. Dr. Alexander Prange, Vizepräsident für Forschung und Transfer der Hochschule Niederrhein:

„Als Hochschule für angewandte Wissenschaften sind wir nah an den Problemstellungen der regional tätigen Unternehmen dran. Dies und unsere langjährigen Erfahrungen in Verbundprojekten mit vielen Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft stimmen mich zuversichtlich, dass wir mit dem Projekt einen wichtigen Beitrag für die Innovationskraft und den nachhaltigen Strukturwandel der Region leisten können.“

Zusatzinformationen:

Antragskonsortium besteht aus:

  • Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg mbH
  • RWTH Aachen
  • mit dem Institut für Textiltechnik ITA
  • und dem Cybernetics Lab IMA & IfU
  • Hochschule Niederrhein mit dem Competence Center Mikrobiologie & Biotechnologie

Bündnispartner-Struktur:

  • Kleine und mittlere Unternehmen, Großunternehmen,
  • (Unternehmens-)Netzwerke und Verbände der Branchen Agrar-,
  • Lebensmittel- und Textil sowie Digitalisierung/IT
  • Forschungseinrichtungen der Bereiche Pflanzenwissenschaften, Bioökonomie, Landwirtschaft, Verfahrenstechnik, Innovationsforschung
  • Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- & Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen

Nutzen für (auch weitere) Bündnispartner:

  • Einstieg in das Zukunftsfeld der Circular Economy
  • Potenziale für den Aufbau neuer Wertschöpfungssysteme
  • Unterstützung bei der Gestaltung zukunftsfähiger Strategien, Produkte, Dienstleistungen, Prozesse
  • Identifizierung und Förderung neuer Geschäftsfelder/-modelle
  • Aufbau neuer Netzwerke und gewinnbringender Kooperationen
  • Chance zur proaktiven Mitgestaltung des Strukturwandels
  • Möglichkeit zur Projektförderung

Projektname:
INGRAIN ist ein Akronym aus der Langfassung des Projekttitels. Es passt insofern, weil es im englischen Ursprung unter anderem Verwurzelung bedeutet und damit sowohl den Regional- als auch Agrarbezug des Themas adressiert.