Geschichte des ITA
Geschichte
des ITA
Die fortgeschrittene Industrialisierung der Aachener Region, insbesondere
auf dem Sektor der Textilherstellung, förderte die Einsicht in
die Notwendigkeit einer Lehranstalt zur Vermittlung "höherer
technologischer" Kenntnisse im Rheinland. Dies führte zur
1870 Gründung der Technischen Hochschule Aachen.

Bestrebungen an der Technischen Hochschule in Hannover eine Textil-Forschungsabteilung
einzurichten, veranlassten die Aachener Hochschule und die ansässige Industrie, die Errichtung eines textiltechnischen Instituts zu beantragen. Dies wurde 1934 gegründet, und am 13.11.1934 wurde die erste Vorlesung von Professor
Dr.-Ing. Max Matthes gehalten. Das Institut gehörte zur Fakultät
für Maschinenwesen.

Prof. Dr. Max Matthes
Der Zweite Weltkrieg beendete ehrgeizige Pläne, die die Gründung einer Fakultät für Textiltechnik sowie die Einrichtung eines Wollforschungsinstitutes vorsahen. Die Nähe zur Kriegsfront zu Beginn des Zweiten Weltkrieges sowie die Luftangriffe seit 1941 bewirkten zunächst eine zeitweilige Einstellung des Lehrbetriebes und dann die Auslagerung von Institutseinrichtungen der RWTH. Ein großer Teil der Apparate des Institutes wurde nach Leitmeritz an die Elbe gebracht. 1944 wurde der Betrieb in Aachen eingestellt.
Ende 1946 wurde der Betrieb in provisorischen Räumen wieder aufgenommen. 1947 erhielt das Institut den Namen Institut für Textiltechnik. 1949 wurde eine Professur für Textiltechnik eingerichtet. 1950 erfolgte der Umzug in die Räumlichkeiten des wiederaufgebauten Hauptgebäudes der RWTH. In diesem Jahr konnten mit Hilfe des European Recovery Programs, eines Teils des Marshall-Plans, die ersten größeren Neuanschaffungen getätigt werden. Diese waren erforderlich, da die an die Elbe ausgelagerten Gerätschaften verloren waren.
1952 wurde der Lehrstuhl erstmals besetzt. Professor Dr.-Ing. Walther Wegener wurde gleichzeitig auch Institutsdirektor. 1958/59 begann die Ausbildung zum Gewerbelehrer am Institut für Textiltechnik. 1961/62 zog das Institut in die 7. und 8. Etage des neuen Sammelbaus der Fakultät für Maschinenwesen, Eilfschornsteinstraße 18.
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Sammelbau Maschinenwesen |
Prof. Dr. Walther Wegener |
Der ursprüngliche Fächerkanon, bestehend aus Faserstoffkunde und -prüfung, Spinnereimaschinen, Weberei und Veredlungsmaschinen, Textile Fertigung, wurde in den 1960er Jahren erweitert um die Gebiete Bekleidungsmaschinen, Mikroskopie, Wirkerei und Strickerei sowie Strahlungs- und Isotopenanwendung in der Technik.
Am 1.4.1971 übernahm Professor Dr.-Ing. Joachim Lünenschloß den Lehrstuhl und das Institut für Textiltechnik. Für die Gebiete Nichtgewebte Textilien (Vliesstoffe), Wäscherei und Kämmerei in der Wollverarbeitung und Textile Bodenbeläge wurden neue Lehraufträge erteilt. Bereits 1971 wurden aus Gründen der Statik sowie des Platzmangels Textilmaschinen in die Räume der Fachhochschule Aachen, Boxgraben 100, ausgelagert. Seit 1979 stehen dafür Räumlichkeiten in einem ehemaligen Fabrikgelände in der Jägerstraße 17-19 zur Verfügung.
Vom 1.10.1987 bis zum 31.3.2001 leitete Univ.-Prof. Dr.-Ing. Burkhard Wulfhorst das Institut für Textiltechnik und hatte den dazugehörigen Lehrstuhl inne. In diesem Zeitraum wurde die Ausstattung des Institutes durch zahlreiche neue Maschinen und Geräte ergänzt und neue Räume akquiriert. Neue Forschungsschwerpunkte wurden aufgebaut, bei denen insbesondere die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Fachgebieten im Mittelpunkt stand. Dies sind der Bereich der Faserverbundwerkstoffe, des textilbewehrten Betons (im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 532) und der Medizintextilien und Biomaterialien. Damit wurde das Institut neu ausgerichtet und der Forschungsschwerpunkt verschob sich von der klassischen Textiltechnik hin zum Maschinenbau und zu neuen Werkstoffen (z. B. Faserverbundkunststoffe, Biomaterialien), ohne dabei die traditionellen Bereiche (Spinnerei, Weberei) aufzugeben.
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Prof. Dr. Joachim Lünenschloß |
Prof. Dr. Burkhard Wulfhorst |
1991 wurde die Erweiterung der Maschinenhalle in der Jägerstraße und 1995, ein Jahr nach der 60-Jahr-Feier des ITA, die neue Maschinenhalle im ehemaligen Gebäude des Instituts für Kraftfahrwesen eingeweiht. Dort befanden sich bis 2009 u.a. unsere Flechtmaschinen und das Preformcenter.
Seit 1996 kann Textiltechnik im Rahmen des Studiums der Betriebswirtschaftslehre als technisches Wahlfach gewählt werden. Parallel dazu wurden unsere Vorlesungen umstrukturiert und modular aufgebaut.
Zum 1.4.2001 übernahm Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirt. Ing. Thomas Gries die Leitung des Institutes und den Lehrstuhl. Herr Prof. Gries war zuletzt als Hauptabteilungsleiter Technologien Fasern und Textilien bei der Zimmer AG, Frankfurt/Main tätig.
Seit 2001 beschäftigen wir uns auch mit der Entwicklung von Smart Textiles, z. B. im Bereich der textilen Taster. 2003 bezog das ITA weitere Büros sowie eine große Versuchshalle in der 3. Etage des Sammelbaus der Fakultät für Maschinenwesen, Eilfschornsteinstraße 18.
Im Jahr 2004 begann der Neubau unseres Technikums im Erweiterungsgelände der RWTH Aachen, in Melaten. Die Einweihung des 1. Bauabschnitts (Chemiefaserherstellung und -verarbeitung im industriellen Maßstab) erfolgte am 23.11.2004. Mit dem Einzug in unseren Neubau INNOTEX im Juni 2009 begann ein neuer Abschnitt der Institutsgeschichte. Erstmals seit Jahrzehnten arbeiten alle ITA-Mitarbeiter an einem Standort. Leider nur für kurze Zeit, denn durch unser starkes Wachstum haben wir mittlerweile rund 40 wiss. Mitarbeiter in einen neuen Standort, Kackertstr. 9, räumlich ausgegliedert.
Personalstruktur
Das Institut wird zurzeit von Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirt. Ing. Thomas
Gries, Dr.-Ing. Dieter Veit (Akad. Dir., stellv. Inst.leiter), Univ.-Prof. Dr. med. Stefan Jockenhövel (Brückenprofessur Medizintechnik) sowie Uwe Merklein (Geschäftsführer 3T GmbH) geleitet.
Beschäftigten wir 1952 nur drei Mitarbeiter, so sind es im Jahr 2012 über 300, die sich wie folgt aufteilen:
| 76 (73) | Wissenschaftliche Angestellte |
| 8 (5) | Ingenieure und Techniker |
| 190 (180) | Studentische Hilfskräfte |
| 32 (28) | Technische Angestellte |
| 8 (7) | Büroangestellte |
| 10 (0) | Auszubildende |
| 324 (297) |
In Klammern stehen die über Drittmittel finanzierten Mitarbeiter.




